Verunfallter PKW mit mehreren Verletzten – eine Übung besonderer Art

Am gestrigen Übungsabend wartete eine aufwendig geplante und vorbereitete Übungslage auf die anwesenden Teilnehmer, welche sich Rahmen unserer Kooperation mit den Einheiten Hof und Stockhausen-Illfurth in Fehl-Ritzhausen zusammengefunden haben. Zudem schickte der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes aus Rennerod einen Rettungswagen mit dreiköpfiger Besatzung, die bei dem geheim gehaltenen Übungsszenario eine wichtige Rolle spielten.
Nach erfolgter Alarmierung durch die Übungsleitung wurden die einzelnen Einheiten zum Einsatzort beordert. Als Übungsszenario fanden die Einsatzkräfte einen verunfallten Kleinwagen vor, welcher von der K 57 in Fahrtrichtung Höhn von der Fahrbahn abkam und an einem Böschungsfuß im Bereich der Nister zum Stillstand kam. Nach dem Eintreffen wurde schnell klar, dass es sich um ein sehr realitätsnah gestaltetes Übungsszenario mit Verletztendarstellern und einer komplexen Übungslage handelte. Eine aus dem Auto geschleuderte Insassin lag am Brückenkopf und wurde durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt. Nach einer ersten Erkundung stand fest, dass noch zwei schwer verletzte Insassinnen im PKW eingeklemmt waren, welcher sich in sehr engem und schwierigem Terrain befand. Zwei weitere Insassen konnten das Fahrzeug eigenständig verlassen, entfernten sich jedoch aufgrund des Schockzustandes von der Einsatzstelle in unbekannte Richtungen. Es galt nun die Insassinnen in enger Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst patientengerecht, also möglichst schonend und ohne Zufügen weiterer Verletzungen, aus dem Kleinwagen zu befreien sowie die zwei noch vermissten Personen zu finden und rettungsdienstlich zu versorgen. Die Übungsleiter gestalteten dabei die Übung sehr dynamisch, in dem sie immer wieder weitere Lageänderungen überraschend einspielten und die Einheitsführer sowie die gesamte Mannschaft stets auf Trab hielten. Dazu gehörte bspw. eine plötzlich auftretende Rauchentwicklung am Fahrzeug und zwei mit „Benzin“ gefüllten Kanistern, wovon einer in den direkt angrenzenden Bach geschleudert wurde. Besonderes Augenmerk lag bei dieser Übung jedoch auf der Vermittlung des Grundwissens zur Durchführung einer technischen Rettung von in PKW eingeschlossenen Personen unter patientengerechten Aspekten. So wurde sich zunächst ein Zugang zu den im Kleinwagen eingeschlossenen Verletzten geschaffen und das Fahrzeug sicher unterbaut, um ein weiteres Abrutschen des PKW zu verhindern. Nach erfolgter Beratung mit dem Rettungsdienst wurde dann beschlossen, das Dach des PKW mit Hilfe einer Säbelsäge zu entfernen. Die so geschaffene Öffnung ermöglichte eine möglichst schonende Rettung. Aber auch hier hatte die Übungsleitung noch eine kleine Überraschung parat, welche die Lage weiter verschärfte. Der Gesundheitszustand eine der Insassinnen wurde aufgrund ihrer schweren Verletzungen sehr instabil, weshalb eine sog. Crashrettung erforderlich wurde. Nachdem auch die zweite Patientin aus dem Fahrzeug befreit wurde und die zwei vermissten Insassen im naheliegenden Waldstück aufgefunden wurden, konnte die Einsatzübung beendet und das Fahrzeug geborgen werden.

Leider fielen vereinzelt wieder Verkehrsteilnehmer auf, welche für die, aufgrund von Baumaßnahmen eigentlich ohnehin gesperrten K 57 zwischen Fehl-Ritzhausen und Hof, Vollsperrung wenig Verständnis aufbringen konnten und durch die verkehrsabsichernden Einsatzkräfte nur mit viel Überredungsgeschick vom Durchbrechen der Sperrung abgehalten werden konnten. Hier noch einmal der Appell solche Sicherungsmaßnahmen zu respektieren. Die durch Rettungskräfte vorgenommenen Straßensperrungen dienen dem Schutz der Betroffenen sowie unserem Eigenschutz. Dies gilt im Einsatz sowie bei Übungen. Wir sind uns selbstverständlich der Folgen einer Straßensperrung bewusst und versuchen dies stets auf ein notwendiges Maß zu begrenzen.

Um nach der sehr anstrengenden Einsatzübung wieder Kraft zu tanken, wurde im Anschluss der Nachbesprechung der Rest des Abends bei einem kleinen Imbiss in geselliger Runde genossen.

An dieser Stelle sei den Verletztendarstellerinnen sowie den Mitgliedern des DRK Ortsvereines Rennerod nochmal ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Eine schauspielerischen Karriere der Darstellerinnen steht auf jeden Fall nichts im Wege ;). Ein besonderer Dank gilt selbstverständlich den drei Ausrichtern der Übung, welche viel Arbeit in die gewissenhafte Vor- und Nachbereitung der sehr interessant gestalteten und lehrreichen Einsatzübung gesteckt haben. Jungs, das habt ihr Klasse gemacht und alle hatten viel Spaß!